Okt 31 2022

Die Deutschen und der Datenschutz

Wie einige von euch vielleicht mitbekommen haben, es gibt wieder eine Abmahnwelle. Diesmal bezüglich der Google Fonts. Da ich diese Site nur zum Spaß betreibe und mein altes Layout nicht 100% sicher war, was die Nutzung von eingebundenen Fonts angeht, musste ich leider das Layout wechseln.

Schade das mal wieder übermotivierte, unterbelichtete Menschen dafür sorgen, dass die Nutzung des Internets immer weiter beschränkt wird. All diese Gesetzesregelungen, die irgendwie zum Schutz der Nutzer eingeführt werden, erschweren die frei Meinungsäußerung über solche Seiten, zunehmend.

Eine nette Art & Weise „normalen Menschen“ eine Hürde nach der anderen vor die Füße zu legen, wollen sie sich im Internet äußern.

Kleine Anmerkung: Das verbieten der Daten aus dem Network Information Center (NIC) wo jeder nachschauen konnte, wer der registrierte Eigentümer einer Domain ist gegenüber der Impressumspflicht, bei der jeder selber sagen soll wer er ist…….

Ein Schelm wer da böses ahnt. Transparenter ist das nicht geworden.

Nur so mal auf die Schnelle gedacht


Okt 17 2022

30 % Demokratiegegner


Rassentrennung, Ausgrenzung, Gewaltbereitschaft und Autokraten sind keine Alternative für Deutschland, und doch gibt es in meiner Stadt einen Stadtteil, in dem jeder dritte Bewohner genau das möchte und gewählt hat.


Ein Lokalreporter hat dort Menschen interviewt: „Die russische Mauer“ wird der Stadtteil genannt, in dem niemand die Wahl kommentieren mag, niemand bereit ist mit der wichtigsten Instanz einer Demokratie, der Presse, zu sprechen.


Es gelingt mir nicht, zu verstehen wie Menschen, mit russische Wurzeln, eine Partei wählen können, in der viele Mitglieder Sympathien hegen für nationalistisches Denken, das wir aus den 30er Jahre Jahren kennen. Eben weil diese Menschen so oft die Geschichte für ihre Argumentation, zum Beispiel bei der Invasion der Krim, heranziehen sollte die Geschichte ihnen doch klar machen, was sie da wählen. Was deutsche Nationalsozialisten Russland angetan haben, kann doch nicht vergessen sein, nur weil ihre eigenen Autokraten heute genauso handeln.


Aber es sind nicht nur Menschen der „russischen Mauer“ die sich in demokratischen Wahlen für eine Partei entscheiden, die diese Demokratie zersetzen möchte. Protestwähler werden sie genannt. Menschen, die aus Frust über die Politik sich gegen Menschlichkeit, bürgerliche Rechte und Gleichberechtigung entscheiden, ohne jemals die Parteiprogramme gelesen und verstanden zu haben. Um denen da oben eins auszuwischen sind sie bereit, ihre Rechte zu verlieren. So mögen sie eine freie Presse als Lügenpresse bezeichnen, am Ende werden sie, wie inzwischen in so vielen Ländern, nichts gegen die staatliche Presse sagen dürfen ohne Repressalien zu erfahren.


Lieber habe ich eine Lügenpresse, die ich auch so bezeichnen darf, als eine verlogene Staatspresse, gegen die ich nichts sagen darf.


Okt 3 2022

Die schweigende Masse


Als hätten wir es nicht schon erlebt. Aber halt, wir haben es eben nicht erlebt, sondern unsere Großeltern. Leben wir doch in einem Land, in dem die Frage: „Wie konnte das passieren“ allgegenwärtig und ein kollektives „Das wird uns nicht passieren“ tief in unserer Überzeugung verankert ist.


Und doch erleben wir eine Zeit, in der die demokratische Politik herbe Rückschläge hinnehmen muss. Es gelingt, in immer mehr Ländern, demokratisches Denken auszuhebeln und Diktatoren bzw. Autokraten, starke, autoritätsverliebte und gewaltbereite Männer, an die Macht zu bringen. Machthaber deren einziges Interesse darin besteht, ihren eigenen Machtanspruch durchzusetzen und dabei Wort wörtlich bereit sind, über Leichen zu gehen.


Dabei ist die gewaltbereite Masse, die überall eine echte Minderheit ist, der wichtigste Motor. Menschen die auf Grund ihrer Bildung, gepaart mit einer Gewaltbereitschaft für sich eine Verbesserung ihres Lebens erhoffen, in dem sie das anbieten, was sie können. Loyal folgen, Laut und bei Bedarf auch gewalttätig sein. Das sind diejenigen, die wir hören.


Die Menschen die differenzieren, die Welt nicht in Schwarz/Weiß teilen, aber sind eben nicht die Lauten. Für sie gibt es keine einfachen Parolen, die sie in die Welt hinausbrüllen mögen. Und darin liegt das Problem, anstelle den Leisen und denen mit viel Wissen Aufmerksamkeit zu schenken, richten wir unser Augenmerk auf die Lauten. Warum geben wir ihnen diese Macht über uns, warum überhaupt versuchen wir mit verbohrten, verblendeten Menschen sinnvoll zu sprechen, anstelle auf Menschen zu hören, die Wissen wovon sie sprechen. Warum hat ein lauter, gewaltbereiter Haufen, mehr gehör, als zum Beispiel ein mit Fakten argumentierender Wissenschaftler.


Die Frage ist doch nicht „warum schweigt die Masse“ sondern „warum hören wir nur die Lauten“.


Jul 9 2022

Frieden oder Frieden

Gut 124 Kriege gab es seit dem zweiten Weltkrieg auf dieser unserer Welt, 21 große Kriege mit 111 Millionen ermordeten Menschen. Dabei haben alleine 2020 800 Millionen Menschen an Hunger gelitten und über 2 Milliarden haben keine sicherer Wasserversorgung. Die Erderwärmung schreitet in großen Schritten weiter und unser Ökosystem wird zunehmend labiler.


Wir haben keine Alternative zum Frieden, wenn wir unseren Kindern ein erträgliches Leben ermöglichen wollen. Die globalen Herausforderungen übersteigen schon jetzt die Fähigkeiten der Politik, und scheinen für kapitalistische Gewinne nicht geeignet zu sein. Große weltweit agierende Unternehmen sehen noch immer ihre Chance, in der Ausbeutung der Welt und ihrer Bevölkerung und nicht in einem gemeinsamen Kraftakt die Zukunft lebenswert zu machen.
Und doch erlauben wir es egozentrischen, machtgierigen, dummen Menschen Länder zu regieren und unterwerfen uns ihrer Idiotie. Ob ein Trump, Putin, Xi Jinping, Erdoğan, Bolsonaro oder Orban und wie sie sonst so heißen, sie alle haben kein Interesse an ihrer Bevölkerung, der Menschheit. Solange die Menschen der Glorifizierung ihrer Person dienen, ist alles gut. Wenn nicht, stellen sie sich nur eine Frage, wie diese unliebsamen Menschen loswerden. Diese Machthaber geben nichts, sie nehmen nur.


Ob die Menschheit jemals an dem Punkt ankommt, global zu denken? Im Interesse der Weltbevölkerung zu handeln? Die Geschichte lässt da nichts Gutes erahnen. Dabei sollte es überhaupt kein Problem sein, ein Leben, ein gutes Leben zu führen, wenn die Ziele der Wirtschaft, der Unternehmen nicht Zerstörung, sondern Pflege und Erhalt wären. Wir haben Eroberungen und Vernichtungen von ganzen Völkern erlebt, haben Ökosysteme zerstört, habe Mord und Totschlag veranstaltet und kommen immer wieder auf diese Mechanismen zurück. Über Jahrtausende geht das schon so, ohne dass die Menschheit sich in ihren Grundzügen wesentlich geändert hat. Sind wir Menschen wirklich dazu bestimmt uns auszurotten und die Welt, so wie wir sie kennen, zu zerstören. In dem Fall sind wir sehr erfolgreich.


Ich, auf jeden Fall, sehe so viel Potenzial das Leben für alle Menschen angenehm zu machen. Wenn nur religiöse und persönliche Machtgelüste einiger weniger nicht das Denken der Massen bestimmen würden. Und immer kommen wir zu dem Punkt, das wird nur mit Bildung der Massen realisierbar sein. Erst wenn die Menschheit sich nach Fakten und nicht Propaganda richtet, haben diese politisch und religiösen Zerstörer keine Chance, Einfluss zu nehmen.

Frieden oder Frieden eine andere Alternative haben wir nicht.


Feb 27 2022

Es ist kein Krieg, es ist Mord

Warum betiteln wir es nicht, so wie es ist?

Krieg gibt es nicht, Krieg ist staatlich ausgeführter Massenmord.

Mit welchem Recht darf ein Staat morden, wenn es einzelne Menschen nicht dürfen? Sich etwas zu nehmen, das einem nicht gehört, dabei Menschen zu töten, und misshandeln ist in jeder Gesellschaft ein Verbrechen. Nichts anderes ist es, wenn ein Staat dies tut.

Wer den Befehl zum Morden, zum Griff nach der Waffe gibt, um einen anderen anzugreifen, gehört vor Gericht und für den Rest seines Lebens bestraft. Als Pazifist fällt es mir schwer nicht die Todesstrafe für den zu fordern, der den Befehl gibt oder ihn ausführt. Es gibt keinen Grund, um einen anderen Menschen vorsätzlich zu töten. Es gibt keine Rechtfertigung für Mord oder wie es so verharmlosend genannt wird, für Krieg.


Feb 19 2022

Was ist aus der Höflichkeit geworden

In meinem Beruf dreht sich sehr viel um die Frage, wie gehen wir miteinander um. Welche Worte und Gestaltungsmöglichkeiten nutzen wir in der Kommunikation. Wohl möchte ich aber den Grundgedanken der ganzen Genderdiskussion hier darlegen. Wir denken so, wie wir schreiben und sprechen. Die Worte die wir nutzen, prägen unsere Gedanken.

Ein Grund warum ich so ungern Flüche und die klassischen Fünfbuchstaben Wörter benutze. Was sagt uns dann folgender Text, der mir unlängst, von der für mich zuständigem Rundfunkanstalt, zugeschickt wurde.

„Ihre Plicht zur Zahlung der Rückständigen Rundfunkgebühr sind Sie nicht vollständig nachgekommen“ ist der erste Begrüßungssatz, der dem NDR einfällt in einem Schreiben an ihren Kunden. Dann geht es entsprechend weiter:
„Dieser Festsetzungsbescheid ist ein vollstreckbarer Titel. Er wird im Wege der Zwangsvollstreckung (z.B. durch Sachpfändung, Pfändung des Arbeitseinkommens oder des Kontoguthabens) durchgesetzt. Wenn der festgesetzte Betrag nicht gezahlt wird.“

Ein Satz wie: „Wahrscheinlich haben sie es übersehen, aber Sie haben die letzte Rechnung nicht bezahlt. Bitte holen Sie dies bis XY nach.“ Hätte sicherlich denselben Effekt gehabt, und mich als Kunde des NDR nicht dazu gebracht diesen Sender in Zukunft zu meiden.

Für eine Anstalt, die sich noch viel stärker mit Sprache beschäftigt wie ich, ist das ein deutliches Zeichen, was hier gedacht wird.

Was ist aus der Höflichkeit geworden?

Brauchen wir diese Form des Umgangs nicht mehr zwischen Menschen?
Täglich fordern wir respektvolles Umgehen mit unseren Mitmenschen. Meinungsdifferenzen sollen fair, freundlich und sachbezogen diskutiert werden. Gewalt und Drohungen möchten wir weder auf unseren Straßen noch sonst wo erleben. Nur die Regierung und Verwaltung hält Höflichkeit und Rücksichtnahme für nicht angebracht im Umgang mit den Bürgern, die ihr Einkommen sichern.

Das nächste mal, wenn ich einen Behördengang zu erledigen habe, werde ich es wohl auch so machen müssen. Dem Mitarbeiter der Verwaltung androhen, was alles passieren wird, wenn er seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Ach ja, hatte ich doch glatt vergessen, dann passiert ja nichts.